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Gipsausstellung Walkenried

Und wieder einmal hat bürgerliches Engagement Früchte getragen! Diese „Früchte“ sind so interessant und lehrreich, das sie es wert sind der Öffentlichkeit präsentiert zu werden.

Gipsausstellung Walkenried - Copyright des Fotos Verein für Heimatgeschichte Walkenried / Bad Sachsa und Umgebung e.V.

„Gips – mehr als weißes Pulver“ lautet das Motto der Dauerausstellung, die vom Verein für Heimatgeschichte Walkenried/ Bad Sachsa und Umgebung e.V. für die Öffentlichkeit eingerichtet wurde. Und dieses Motto trifft den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf, denn Gips ist uns allen wohlbekannt. Aber schon bei dem ersten Versuch, diesen zum allgemeinen Sprachgebrauch gehörenden Begriff näher zu definieren oder zu erklären, kommt eine gewisse Ratlosigkeit auf.

Denn Gips ist nicht nur feines, weißes Pulver, abgefüllt in Tüten, das im Innenausbau dazu dient, in mit Wasser angemischter, pastöser Form, Löcher, Risse und Unebenheiten zu schließen oder Elektroleitungen und dazugehörige Dosen zu fixieren oder mit großer Haftkraft, schnell härtend einbettet, nein, es ist auch ein komplexes Mineral in kristalliner Form. Wenn sie diesen Satz auch nicht richtig verstanden haben, wissen sie jetzt aber wenigstens wie komplex Gips ist. Nicht reduzierbar auf umgangssprachliche Floskeln wie „Gipskopf“ oder „gips mir“ oder so, sondern ein faszinierender Chemiecocktail aus Calcium, Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff, der fachlich Calciumsulfat genannt wird.

Diesem Mineral, das die gesamte Südharzer Karstlandschaft geprägt und geschaffen hat, ist diese Gipsausstellung gewidmet. Die Ausstellung, die mit viel Liebe und Sachverstand zusammengestellt wurde, gibt ihnen Antworten auf alle Fragen zum Gips. Und mit einer Vielzahl von Bildern, Fotos und Schautafeln, einer geologischen Sammlung und zahlreichen Exponaten zu Gipsabbau und -verarbeitung, ist es eine Ausstellung die vom Schulkind bis zum Senioren auf Interesse stoßen sollte.

Da ich weiß, dass diese Ausstellung für den Heimatverein nur ein erstes Etappenziel darstellen soll, können sie diesen engagierten Ausstellern durch einen Besuch zeigen, dass ihre Arbeit angenommen wird. Und hoffentlich bald die eingeschränkten Öffnungszeiten, Dienstag 15-17 Uhr, erweitert werden können.

Weitere Informationen finden sie unter: www.gips-walkenried.de
und weitere Fotos unter: http://www.flickr.com/photos/walkenried/

>>> Gastgeber in Walkenried

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Copyright der Fotos Verein für Heimatgeschichte Walkenried /
Bad Sachsa und Umgebung e.V.
Copyright der Texte Bernd Sternal 2010

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Der Harz - Faszination Natur
von Bernd Sternal
Der Harz - Faszination Natur von Bernd Sternal

 

Wir treten für den Schutz von Eisbären, Tigern, Löwen und anderen Raubtieren ein, den Wolf in Deutschland lehnen wir jedoch zum Großteil ab und auch der teilweise wieder angesiedelte Luchs ist vielen suspekt. Wir schützen Tiere und Pflanzen, wobei der Schwerpunkt auf niedlichen und ungefährlichen Tieren liegt, bei Pflanzen müssen diese möglichst ansehnlich sein, hübsch blühen oder wohlschmecken. Borkenkäfer, Fliegen, Wespen, Weg- und Gartenameisen, Motten, Asseln und vieles mehr haben hingegen keine Lobby, dennoch sind sie alle Bestandteile unserer Natur.
Wir unterscheiden in Neobiota und einheimischer Flora und Fauna. Unter ersterem versteht man Arten von Tieren und Pflanzen, die erst nach dem 15. Jahrhundert hier eingeführt oder eingewandert sind. Dazu zählen beispielsweise bei den Tieren: Waschbären, Marderhunde, Nerze, Nutrias, Mufflon oder Streifenhörnchen. Bei den Pflanzen ist der Riesenbärenklau derzeit in aller Munde, es gibt jedoch weitere unzählige Arten. In Deutschland kommen mindestens 1.100 gebietsfremde Tierarten vor. Davon gelten allerdings nur etwa 260 Arten als etabliert, darunter 30 Wirbeltierarten.
Übrigens: Auch die Kartoffel, die Tomate, der Paprika und die Gurke sind Neophyten, also nicht heimische Arten.
Wir beginnen dann Arten in nützliche und schädliche zu unterscheiden. Dabei nehmen wir wenig Rücksicht auf die Rolle der jeweiligen Art in den Ökosystemen, oftmals kennen wir diese auch gar nicht. Wir führen Tiere und Pflanzen aus der ganzen Welt ein und sind dann verwundert, wenn die eine oder andere Art außer Kontrolle des Menschen gerät und sich unkontrolliert vermehrt. Den Rest, in Bezug auf neobiotische Pflanzen, Tiere und Pilze, erledigt die Globalisierung.
Auch unsere Landschaft verändern wir fortwährend. Was durch geologische Prozesse in vielen Millionen Jahren entstanden ist, weckt seit einigen Jahrhunderten das zunehmende Interesse des Menschen. Wir betreiben Bergbau - unterirdisch und in Tagebauten -, wir fördern Erdöl und Erdgas aus den Tiefen unseres Planeten, wir bauen Sand, Kies, Kalk, allerlei Gestein und vieles mehr ab.
Zwar versuchen wir mittlerweile den Abbau fossiler Brennstoffe zu begrenzen und einen Ausstieg vorzubereiten, jedoch ist die Bauindustrie unersättlich. Unsere Städte, Dörfer, Verkehrswege und Firmenanlagen fordern ihren Tribut. Jedoch muss der Großteil der Welt erst noch Straßen und feste Gebäude erbauen. Wollen wir das diesen Menschen versagen?

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