Später, nachdem auch in Wernigerode der Fremdenverkehr Einzug
gehalten hatte, wurde dieser Berg als Wanderziel wiederentdeckt.
Das Hospital bestand schon lange nicht mehr. Um 1875 wurde dort
eine Schutzhütte errichtet, die nach seinem Stifter
Ahrenshäuschen genannt wurde. Schon gut 30 Jahre später, im Jahr
1906, wurde dann auf dem Armeleuteberg ein Berggasthof
errichtet. Ein Ausflugsrestaurant sowie 6 Fremdenzimmer standen
damals für Gäste zur Verfügung.
Zuvor wurde 1902 allerdings in unmittelbarer
Nachbarschaft bereits der Kaiserturm erbaut, den der
Wernigeröder Kaufmann Edmund Lührmann gestiftet hatte.
Kaisertürme und -warten wurden damals, bis 1918, zu Ehren der
deutschen Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II.
errichtet und sollten gleichzeitig einen Gegenpol zum damals
herrschenden Bismarck-Kult bilden.
Aber das von dem Mineralbrunnenfabrikant Karl
Ermisch erbaute Berghotel stand unter keinem guten Stern,
bereits 1909 brannte es vollständig nieder. Die Stadt
Wernigerode ließ es wieder aufbauen und gab es in die Hand von
privaten Pächtern. Im 2. Weltkrieg diente es dann als Lazarett
und wurde später geschossen. 1949 wurde es durch Luise Lange
wiedereröffnet, wurde dann aber 1972 von der HO zwangsweise
übernommen. 1987 ging das Haus heruntergewirtschaftet wieder an
die Stadt Wernigerode zurück und wurde nach umfangreicher
Renovierung ein Jahr später von der Familie Krebs übernommen,
die es nach der Wiedervereinigung dann auch erwarb.
Heute ist das Waldgasthaus Armeleuteberg ein
uriges Restaurant mit einer wunderschönen, großzügigen
Außenterrasse. Und der benachbarte, zwischenzeitlich desolate
und gesperrte, Kaiserturm ist komplett restauriert. Mit seinen
12 Metern Höhe erlaubt er einen imposanten Ausblick auf
Wernigerode, das Schloss sowie das nördliche Harzvorland.
Der Weg zum Armeleuteberg führt über die
Salzbergstraße, die ihren Ursprung am Wernigeröder Westerntor
hat, auf „Die Winde“ die in Höhe der Louis-Braille-Straße von
der Salzbergstraße abzweigt. Der Armeleuteberg, ein
Ausflugsziel, dass zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist.
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