Ausflugsziele Startseite

 
Rubriken:
> Action & Freizeit
> Ausgewählte Ferien- 
   Wohnungen/Häuser

> Ausgewählte
   Hotels & Pensionen

> Baden im Harz
> Burgen & Schlösser
> Dome, Kirchen & Klöster
> Familie & Kinder
> Garten- & Parkanlagen
> Geschichte
> Harzer Persönlichkeiten
> Harzer Traditionen &
   Handwerk

> Hofläden &
   Direktvermarkter

> Höhlen & Bergwerke
> Kultur
> Motorradtouren
> Mühlen im Harz
> Museen
> Natur & Nationalpark
> Pilze, Flora & Fauna
> Reiten & Kutschfahrten
> Schlemmen
> Seen & Talsperren
> Tiere & Tiergärten
> Traumhochzeit im Harz
> Türme & Warten
> Wandern & Radeln
> Wellness & Gesundheit
> Wissenswertes

> Harz-Hotels online 
   Buchen mit Booking >>>

> Fewo online Buchen
  
mit Booking >>>

> Suchmaschine

> Harzorte mit Gastgebern
> Fotos vom Harz
> Webcam's vom Harz

> Aktuelles aus dem Harz

 

 
 
 

 

Heilkraft und Aberglauben im Harz: Die Pflanzenwelt des Mittelalters

 

Der Harz, das sagenumwobene Mittelgebirge, ist heute vor allem ein beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Doch in längst vergangenen Zeiten war die Region nicht nur für ihre dichten Wälder und hohen Berge bekannt. Der Harz spielte auch eine besondere Rolle in der mittelalterlichen Pflanzenkunde, die über Jahrhunderte sowohl die Medizin als auch viele Aberglauben prägte.

Die Menschen suchten damals in erster Linie nach Heilung und Schutz. Sie fanden aber auch Wege, ihre Furcht vor der Natur durch besondere Geschichten und Rituale zu bändigen.

Der folgende Artikel entführt in die mystische Welt der Kräuter, die damals von Heilern, Hebammen und einfache Dorfbewohnern genutzt wurden.

Herbstimmung im Harz

 

Die Heilkraft der Harzer Pflanzen

Im Mittelalter gab es in Deutschland nur wenige Ärzte. Das Wissen um die Heilkräfte von Pflanzen wurde daher hauptsächlich durch Klöster, reisende Heiler und Hebammen verbreitet.

Der Harz bot mit seinen dichten Wäldern und artenreichen Wiesen eine ideale Grundlage für die Entwicklung dieser Naturheilkunde. Pflanzen wie Beifuß, Salbei und Engelwurz wurden gezielt gesammelt und anschließend zu einfachen Arzneien verarbeitet.

Besonders der Beifuß galt als wahres „Allheilmittel“. Egal, ob bei Verdauungsproblemen, Menstruationsbeschwerden oder zur Wundheilung – die Blätter und Wurzeln dieser Pflanze fanden in vielfältigen Kontexten Anwendung. Auch der Holunder, der bis heute in vielen Gärten wächst, wurde als Medizinbaum angesehen. Holunderblüten wurden für Tees zur Fiebersenkung genutzt. Seine Beeren sollten den Körper stärken.

In den Augen der Menschen im Mittelalter waren Pflanzen nicht nur Heilmittel, sondern sie umgab auch etwas Mystisches, sowohl hinsichtlich ihrer Existenz, ihrer Wirkung und ihrer Erscheinung.

Aberglaube und Pflanzen-Rituale

Neben der Heilwirkung spielte der Aberglaube eine große Rolle in dem Umgang mit den Pflanzen.

Der Holunderbaum etwa wurde als die Heimat guter und böser Geister gesehen. Viele Bauern pflanzten ihn in der Nähe ihrer Häuser, da sie glaubten, er könne ihnen Schutz vor den bösen Kräften bieten. Auch die Tollkirsche hatte eine ganz besondere Bedeutung − wenn auch eine eher beängstigende: Ihre Giftigkeit und die daraus resultierenden Halluzinationen führten dazu, dass sie als Hexenkraut in der Volksmedizin bekannt wurde. Sie war damit ein Symbol für Verhexung und dunkle Magie.

Einige der Pflanzen, die früher im Harz gesammelt wurden, findet man heute übrigens auch als Repliken in einem gut sortierten Mittelalter-Shop, in dem nicht nur historische Kleidung und Alltagsgegenstände erhältlich sind.

Die Weisheit der Klöster

Die Klöster des Mittelalters spielten eine entscheidende Rolle, wenn es darum ging, das Wissen um Pflanzen zu bewahren und zu verbreiten. Die Mönche und Nonnen legten Gärten an, in denen sie gezielt Heilpflanzen anbauten. Diese Klostergärten fungierten damals nicht nur als grüne Inseln der Ruhe, sondern auch als eine Art Apotheke des Mittelalters.

Im Harz war besonders das Kloster Walkenried für seine botanischen Kenntnisse bekannt. Die dort angebauten Heilpflanzen wie Baldrian, Minze und Johanniskraut wurden für viele medizinische Zwecke verwendet. Baldrian galt als beruhigend, Johanniskraut als Stimmungsaufheller und Minze als hilfreiches Mittel gegen Kopfschmerzen. Auch Reisende, die durch das Kloster versorgt wurden, schätzten diese einfachen, aber wirkungsvollen Heilmittel in hohem Maße.

Noch heute lässt sich in vielen Harzregionen die Tradition der Klostergärten erkunden. Sie können im Rahmen von Führungen oder Workshops noch besser kennengelernt werden. Hier eröffnen sich faszinierende Einblicke in das medizinische Wissen und den tiefen Respekt, den die Menschen im Mittelalter vor der Natur hatten.

Foto: 3WKonzepte